Angelina Jolie hat nicht vor, für immer da zu sein. Nicht wirklich.
Sie hat ihre Kinder schon lange vor ihrem 18. Lebensjahr auf ihre Abwesenheit vorbereitet. Nicht für Enkel. Nicht für Legacy-Projekte. Für den Tod selbst.
„Ich erziehe meine Kinder fast so, dass ich sie auf [meine] Abwesenheit vorbereitet, und nicht so sehr darauf, dass ich mich darauf vorbereite, Großmutter zu sein.“
Es klingt düster. Vielleicht ist es das. Aber es hat seinen Ursprung in einer kalten, harten Realität, mit der Jolie seit ihrer Kindheit konfrontiert ist.
Sie verlor ihre Mutter, Marcheline Bertrand, jung. Mit sechsundfünfzig erkrankte Bertrand an Krebs. Brust und Eierstock. Aggressiv. Bevor sie alle ihre Kinder großziehen konnte. Bevor viele sie überhaupt gut kannten.
Jolie hat diese genetische Lotterie geerbt. Ein mutiertes BRCA1-Gen.
Im Jahr 2013 unterzog sie sich einer präventiven Doppelmastektomie, erklärte sie in der New York Times deutlich und ohne Beschönigung. Nur Fakten und Angst und die Erinnerung daran, wie sie ihre Mutter im Arm hielt, als sie verblasste.
„Sie hat lange genug durchgehalten… Aber meine anderen Kinder werden nie die Zeit haben, sie kennenzulernen.“
Jetzt spielt Jolie in Couture die Hauptrolle. Sie spielt eine Filmemacherin, bei der Brustkrebs diagnostiziert wurde. Fiktiver Schmerz, verankert in realer Erfahrung. Der Film sei ernüchternd, sagt sie. Der Arzt im Drehbuch erinnert alle daran.
Wir sterben. Wir sind keine festen Einrichtungen.
Hat sie die Dringlichkeit verspürt? Ja.
„Ich hatte immer das Gefühl, dass ich eine etwas größere Frist habe … Ich hatte noch nie das Gefühl, dass ich noch lange leben werde.“
Sie hat das Alter überschritten, in dem bei ihrer Mutter die Diagnose gestellt wurde. Die Zeit fühlt sich jetzt schneller an. Ein Ansturm, vorwärts zu drängen, bevor die Zeit abläuft. Es ist schwierig, in dieser Minute hier zu sein, denn die nächste könnte später sein.
Aber ihre Kinder? Sie haben das Drehbuch umgedreht.
Die meisten sind mittlerweile erwachsen. Achtzehn oder knapp. Sie brauchen keine Eltern, die ihren zukünftigen Verlustschock bewältigen können. Sie wollen ihr Geschenk. Lebendig. Reisen. Sie kehrte zu Teilen ihrer selbst zurück und versteckte sich.
„Sie mögen mich immer noch.“
Was angesichts all dessen beeindruckend ist.
Sie drängen sie, auszusteigen. Ein wenig leben. Vielleicht ist der Tod eine Hintergrundfigur in diesem Akt, aber die Freiheit? Das ist der Fokus. Vorerst jedenfalls.
Wer weiß, was das nächste Jahr bringt.
